Wer ein neues Becken sparsam bepflanzt und abwartet, bekommt fast zuverlässig Algen. Der Grund ist einfach: die Nährstoffe im Wasser werden von irgendetwas verbraucht. Sind zu wenige höhere Pflanzen da, übernehmen das die Algen, und danach ist es deutlich schwerer, die Pflanzen noch durchzusetzen.
Die praktische Empfehlung lautet deshalb, ein Becken von Beginn an dichter zu bepflanzen, als es fertig aussehen soll, und nach einigen Wochen auszudünnen.
Was Pflanzen brauchen
Drei Faktoren begrenzen das Wachstum, und der knappste von ihnen bestimmt das Ergebnis:
- Licht liefert die Energie. Zu wenig Licht bremst das Wachstum, zu viel Licht bei gleichzeitig knappen Nährstoffen fördert Algen.
- Nährstoffe, vor allem Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente. Ein Teil davon kommt über Futter und Fischbesatz ins Becken, der Rest über Dünger.
- Kohlenstoff, im einfachen Becken über die Atmung der Tiere und den Gasaustausch an der Oberfläche, in stark beleuchteten Pflanzenbecken über eine CO2-Anlage.
Ein Becken ohne CO2-Anlage ist kein schlechteres Becken. Es ist ein Becken mit weniger Licht und langsamer wachsenden Arten, und das ist für den Einstieg der unaufgeregtere Weg.
Pflanzen, die als anspruchslos gelten
Als robust und lichttolerant gelten unter anderem Javafarn und Anubias, die beide nicht in den Bodengrund gepflanzt, sondern auf Wurzeln oder Steine aufgebunden werden. Ihr Rhizom, also der waagerechte Spross, darf nicht eingegraben werden, sonst fault er.
Für den schnellen Bewuchs in den ersten Wochen eignen sich rasch wachsende Stängelpflanzen wie Wasserpest oder Hornkraut. Sie zehren viel Nährstoff und lassen sich später einfach entfernen, wenn die langsameren Arten übernommen haben.
Bei den Vordergrundpflanzen gilt: die niedrigen, rasenbildenden Arten sind fast durchweg licht- und CO2-hungrig. Wer ohne CO2 arbeitet, kommt mit mittelhohen Arten im Vordergrund weiter als mit einem Rasen, der nicht zuwächst.
Die Beleuchtungsdauer
Die häufigste Ursache für Algen in einem sonst funktionierenden Becken ist eine zu lange Beleuchtungsdauer. Als praktikabler Bereich gelten acht bis zehn Stunden am Tag, über eine Zeitschaltuhr fest eingestellt. Wichtiger als die genaue Stundenzahl ist, dass sie konstant bleibt: unregelmäßige Beleuchtung schwächt die Pflanzen und begünstigt genau die Konkurrenz, die man nicht will.
Mehr zur Wahl der Leuchte steht unter Technik, mehr zum Umgang mit vorhandenem Algenbewuchs im Ratgeber Algen im Aquarium.
