Aquarienhaus

Fische im Aquarium: Besatz planen statt zusammenstellen

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Der Besatz wird vor dem Becken geplant, nicht danach. Denn die Arten bestimmen die Beckengröße, die Wasserwerte und die Einrichtung, nicht umgekehrt.

Schwarm kleiner Süßwasserfische in einem bepflanzten Aquarium

Die Reihenfolge, in der die meisten Becken entstehen, ist die falsche: erst steht das Becken, dann wird im Laden ausgesucht, was gefällt. Dabei entscheiden die Arten über fast alles andere. Ein Schwarmfisch braucht Schwimmraum in der Länge, ein Bodenbewohner braucht Sand statt Kies, und zwei Arten mit unvereinbaren Temperaturansprüchen passen auch dann nicht zusammen, wenn beide im selben Regal standen.

Die drei Fragen vor dem Kauf

Wie groß wird die Art und wie viele Tiere brauchst du? Schwarmfische wie Neonsalmler oder Keilfleckbärblinge sind keine Einzelgänger. Unter etwa zehn Tieren zeigen sie ihr natürliches Verhalten nicht und stehen dauerhaft unter Stress. Die relevante Zahl ist also nie ein Fisch, sondern immer eine Gruppe.

Welche Beckenzone besetzt die Art? Ein durchdachter Besatz verteilt sich auf die obere, mittlere und untere Wasserschicht. Fünf Arten, die alle im Mittelteil schwimmen, ergeben ein volles Becken mit leerem Boden und dauerhafter Unruhe.

Passen die Wasserwerte zusammen? Härte und pH-Wert deines Leitungswassers sind der Ausgangspunkt. Arten, die weiches, leicht saures Wasser brauchen, lassen sich in hartem Wasser nur mit dauerhaftem Aufwand halten. Einfacher ist es, den Besatz an das vorhandene Wasser anzupassen als umgekehrt.

Arten für den Einstieg

Als unkompliziert gelten Arten, die eine breite Temperaturspanne vertragen, keine besonderen Ansprüche an die Wasserchemie stellen und im Fachhandel als Nachzucht verfügbar sind. Dazu zählen unter anderem Neonsalmler, Keilfleckbärblinge, Panzerwelse und, bei den Wirbellosen, Amanogarnelen.

Ausdrücklich nicht für den Einstieg geeignet sind Arten mit sehr großem Platzbedarf, ausgeprägtem Revierverhalten oder speziellen Futteransprüchen. Dazu gehören die meisten größeren Buntbarsche, viele Saugwelse und alles, was im Laden als Jungtier klein wirkt und ausgewachsen mehrere hundert Liter braucht. Die ausgewachsene Endgröße steht selten am Becken; sie steht in der Fachliteratur, und sie ist die einzige Zahl, die zählt.

Wie viele Tiere passen hinein

Die alte Regel “ein Zentimeter Fisch pro Liter” ist überholt und führt regelmäßig zu überbesetzten Becken. Sie ignoriert, dass ein zehn Zentimeter langer Fisch deutlich mehr als das Zehnfache der Belastung eines Einzentimeterfisches erzeugt, und sie ignoriert Revierverhalten vollständig.

Belastbarer ist die Kombination aus drei Angaben je Art: empfohlene Mindestbeckenlänge, empfohlene Gruppengröße und besetzte Beckenzone. Wer diese drei Werte für jede geplante Art nachschlägt und addiert, landet fast immer bei weniger Arten als ursprünglich geplant, und bei einem Becken, das läuft.

Einsetzen mit Abstand

Der Besatz zieht nicht an einem Tag ein. Nach der Einfahrphase kommt die erste, robuste Gruppe. Die nächste folgt frühestens nach ein bis zwei Wochen, wenn die Wasserwerte stabil geblieben sind. So wächst die Bakterienkultur im Filter mit der Belastung mit, statt von ihr überfahren zu werden.

Die einzelnen Steckbriefe mit Richtwerten zu Temperatur, Gruppengröße und Beckenlänge stehen unter Arten.

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