Die verbreitetste Fehlentscheidung in der Aquaristik ist das zu kleine Becken. Sie wirkt zunächst vernünftig, weil weniger Wasser nach weniger Aufwand aussieht, und kehrt sich im Betrieb um: je kleiner das Wasservolumen, desto schneller schlagen Futterreste, Temperaturschwankungen und ein einzelner verendeter Fisch auf die Wasserwerte durch.
Welche Beckengröße für den Anfang
Als Einstieg gelten Becken ab etwa 60 Zentimetern Kantenlänge, also grob ab 54 bis 60 Litern, als handhabbar. Ab dieser Größe verzeiht ein Becken kleine Pflegefehler, und die gängigen Anfängerarten finden darin ausreichend Platz. Nano-Becken unter 30 Litern sind kein einfacherer Einstieg, sondern ein schwierigerer: sie verlangen häufigere Kontrolle und lassen fast nur Wirbellosenbesatz zu.
Als Faustzahl für die Statik: ein eingerichtetes Becken wiegt ungefähr so viel in Kilogramm, wie es Liter fasst, plus Bodengrund, Dekoration und das Gewicht von Becken und Unterschrank. Ein 100-Liter-Becken steht damit schnell bei rund 150 Kilogramm auf einer Fläche von weniger als einem halben Quadratmeter. Diese Last gehört auf einen Unterschrank, der dafür gebaut ist, und nicht auf ein Sideboard.
Der Standort
Drei Kriterien entscheiden über den Platz:
- Kein direktes Sonnenlicht. Sonne auf der Scheibe bedeutet Temperaturschwankungen und im Sommer verlässlich Algen.
- Nicht neben Heizung, Tür oder Lautsprecher. Zugluft und dauerhafte Erschütterung sind Stressfaktoren, die man dem Becken nicht ansieht.
- Steckdose und Wasseranschluss erreichbar. Wer für jeden Wasserwechsel durch die halbe Wohnung läuft, macht den Wasserwechsel seltener.
Zwischen Rückwand und Zimmerwand sollten ein paar Zentimeter für Schläuche und Kabel bleiben. Der Untergrund muss waagerecht sein; eine schief stehende Glasscheibe steht dauerhaft unter ungleicher Spannung.
Bodengrund
Für die meisten Süßwasserbecken ist abgerundeter Kies mit einer Körnung von etwa zwei bis drei Millimetern der unkomplizierte Standard. Er lässt Wurzeln Halt finden und ist gut abzusaugen. Arten, die im Bodengrund nach Futter gründeln, etwa Panzerwelse, brauchen stattdessen feinen, nicht scharfkantigen Sand, sonst nutzen sich ihre empfindlichen Barteln ab.
Die Schichthöhe richtet sich nach der Bepflanzung: für Vordergrundpflanzen genügen wenige Zentimeter, stark wurzelnde Hintergrundpflanzen wollen mehr.
Die laufende Pflege
Der wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa 20 bis 30 Prozent des Volumens ist die wirksamste einzelne Maßnahme im laufenden Betrieb. Er entfernt Nitrat und gelöste organische Stoffe, die kein Filter herausholt. Dazu kommen das Absaugen des Mulms an den Stellen, wo er sich sammelt, und die Kontrolle der wichtigsten Wasserwerte.
Der Filter wird nicht mit dem Wasserwechsel zusammen gereinigt und nie unter heißem Leitungswasser: das Filtermaterial trägt die Bakterienkultur, die Ammonium und Nitrit abbaut. Ausgespült wird es, wenn überhaupt, in dem Aquarienwasser, das beim Wasserwechsel ohnehin anfällt.
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Der vollständige Ablauf vom leeren Becken bis zum ersten Besatz steht im Ratgeber Aquarium einrichten. Warum das Becken davor mehrere Wochen ohne Fische läuft, erklärt der Text zur Einfahrphase.
