Wasserwerte messen ist keine Wissenschaft und kein Selbstzweck. Es ist die einzige Möglichkeit, ein Problem zu erkennen, bevor die Tiere es zeigen. Ein Fisch, der auffällig atmet, hat das Problem schon seit Tagen.
Die drei Werte für die laufende Kontrolle
Nitrit. Der kritischste Wert. Er blockiert bei Fischen den Sauerstofftransport im Blut. In einem eingefahrenen Becken ist er nicht nachweisbar. Jeder messbare Nitritwert in einem besetzten Becken ist ein Anlass zu handeln, nicht zu beobachten.
Nitrat. Das Endprodukt des biologischen Abbaus. Es reichert sich an und wird über Wasserwechsel und Pflanzenwachstum entfernt. Als unproblematisch gelten in gängigen Gesellschaftsbecken Werte deutlich unter 50 Milligramm pro Liter; für empfindliche Arten und für Wirbellose wird ein niedrigerer Bereich empfohlen. Ein dauerhaft hoher Nitratwert ist selten akut gefährlich, aber ein zuverlässiger Hinweis auf zu viel Futter, zu viel Besatz oder zu wenig Wasserwechsel.
pH-Wert. Er beschreibt, ob das Wasser sauer, neutral oder alkalisch ist. Die meisten Gesellschaftsbecken laufen im Bereich um 6,5 bis 7,5. Wichtiger als der absolute Wert ist seine Stabilität: schwankende pH-Werte belasten Fische stärker als ein konstanter Wert am Rand ihres Wohlfühlbereichs.
Die drei Werte für Einrichtung und Fehlersuche
Karbonathärte. Sie puffert den pH-Wert ab und verhindert plötzliche Schwankungen. Fällt sie zu weit ab, kann der pH-Wert innerhalb kurzer Zeit kippen. In der Praxis werden Werte ab etwa 4 Grad deutscher Härte als ausreichend puffernd angesehen.
Gesamthärte. Sie beschreibt vor allem den Calcium- und Magnesiumgehalt. Relevant ist sie bei der Auswahl der Arten: Bewohner weicher Gewässer und Bewohner harter Gewässer lassen sich nicht ohne dauerhaften Aufwand im selben Becken halten. Den Ausgangswert liefert dein Wasserversorger auf Anfrage oder im Netz.
Ammonium. Wird in der Einfahrphase und bei Verdacht auf einen Filterzusammenbruch gemessen. In einem stabilen Becken ist er nicht nachweisbar.
Messrhythmus
| Situation | Was messen | Wie oft |
|---|---|---|
| Einfahrphase | Ammonium, Nitrit, Nitrat | alle zwei bis drei Tage |
| Erste Wochen mit Besatz | Nitrit, Nitrat | wöchentlich |
| Stabiles Becken | Nitrat, pH | alle zwei bis vier Wochen |
| Nach Störung | Ammonium, Nitrit, Nitrat, pH | täglich, bis stabil |
Gemessen wird immer zur gleichen Tageszeit und vor der Fütterung. Der pH-Wert schwankt in bepflanzten Becken über den Tag, weil die Pflanzen tagsüber Kohlendioxid verbrauchen; eine Messung morgens und eine abends ergeben deshalb unterschiedliche Zahlen, ohne dass etwas nicht stimmt.
Tröpfchentest oder Teststreifen
Teststreifen sind schnell und für eine grobe Orientierung brauchbar. Im niedrigen Konzentrationsbereich, also genau dort, wo Nitrit gefährlich wird, sind sie zu ungenau. Für Nitrit und Ammonium sind Tröpfchentests die verlässlichere Wahl.
Alle Tests haben ein Verfallsdatum, und abgelaufene Reagenzien zeigen falsche Werte an, meist zu niedrige. Ein Test, der seit zwei Jahren in der Schublade liegt, ist kein Test.
Die Routine, die die meisten Probleme verhindert
Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel von 20 bis 30 Prozent, eine Futtermenge, die innerhalb weniger Minuten aufgenommen wird, und alle paar Wochen ein Blick auf Nitrat und pH. Das ist der Aufwand. Alles darüber hinaus ist Fehlersuche, und die fällt nur an, wenn diese Routine über längere Zeit unterbrochen war.
Was zu tun ist, wenn trotzdem Algen auftreten, steht unter Algen im Aquarium.
