Der Ablauf besteht aus sechs Schritten. Wer sie in dieser Reihenfolge geht, spart sich die typischen Anfangsprobleme: die Trübung nach einer Woche, den Fischverlust nach zehn Tagen und die Algenblüte nach vier Wochen.
1. Planen, bevor etwas gekauft wird
Vor dem Kauf stehen drei Entscheidungen fest: die Beckengröße, der Standort und der geplante Besatz. Sie hängen voneinander ab, und die Reihenfolge ist umgekehrt zur Intuition. Erst der Wunschbesatz, daraus die nötige Beckenlänge, daraus die Größe, und erst dann der Blick in die Wohnung, ob dieser Platz überhaupt vorhanden ist.
Als handhabbarer Einstieg gelten Becken ab etwa 60 Zentimetern Kantenlänge. Der Standort steht nicht im direkten Sonnenlicht, nicht neben der Heizung und auf einem Untergrund, der das Gewicht trägt: ein eingerichtetes Becken wiegt in Kilogramm ungefähr so viel, wie es Liter fasst, plus Bodengrund und Möbel.
2. Becken aufstellen und ausrichten
Das leere Becken wird auf dem Unterschrank waagerecht ausgerichtet. Eine Wasserwaage in beide Richtungen genügt; eine schief stehende Scheibe steht dauerhaft unter ungleicher Spannung. Zwischen Rückwand und Zimmerwand bleiben ein paar Zentimeter für Schläuche und Kabel.
Der Bodengrund wird vor dem Einfüllen gewaschen, bis das ablaufende Wasser klar bleibt. Ungewaschener Kies trübt das Becken für Tage.
3. Einrichten: Hardscape zuerst, dann Pflanzen
Zuerst kommen Wurzeln und Steine, dann der Bodengrund in der endgültigen Verteilung, dann die Pflanzen. Diese Reihenfolge lässt sich korrigieren, die umgekehrte nicht.
Wurzelholz schwimmt anfangs meist auf und muss beschwert oder vorher gewässert werden. Steine werden nicht auf den Bodengrund gestellt, sondern auf die Bodenscheibe, wenn sie schwer sind und grabende Arten einziehen sollen.
Bepflanzt wird dichter, als es fertig aussehen soll. Schnell wachsende Stängelpflanzen zehren in den ersten Wochen die Nährstoffe, die sonst den Algen zufallen. Später wird ausgedünnt. Rhizompflanzen wie Anubias und Javafarn kommen auf Wurzeln oder Steine, nicht in den Bodengrund.
4. Wasser einfüllen und Technik anschließen
Das Wasser wird über einen Teller oder eine Tüte eingefüllt, damit der Bodengrund nicht aufgewirbelt wird. Erst wenn das Becken voll ist, gehen Filter und Heizer ans Netz; beide dürfen nie trocken laufen.
Die Beleuchtungsdauer wird gleich zu Beginn über eine Zeitschaltuhr festgelegt, im Bereich von acht bis zehn Stunden. In den ersten Wochen ist eher die Untergrenze sinnvoll, solange die Pflanzen noch nicht arbeiten.
5. Einfahren lassen und messen
Jetzt kommt der Teil, den die meisten überspringen. Das Becken läuft zwei bis vier Wochen ohne Fische. In dieser Zeit siedeln sich im Filter die Bakterien an, die Ammonium in Nitrit und Nitrit weiter in Nitrat umwandeln. Bis diese Kultur steht, steigt der Nitritwert an und fällt danach wieder ab. Dieser Verlauf heißt Nitritpeak.
Gemessen wird der Nitritwert, nicht der Kalender abgehakt. Erst wenn Ammonium und Nitrit über mehrere Tage nicht mehr nachweisbar sind, ist das Becken besatzbereit. Ausführlich steht das im Ratgeber zur Einfahrphase.
Filterstartprodukte und ein Filterschwamm aus einem eingefahrenen, gesunden Becken können den Vorgang beschleunigen. Sie ersetzen die Messung nicht.
6. Besetzen, in Gruppen und mit Abstand
Die erste Gruppe ist klein und besteht aus robusten Arten. Nach ein bis zwei Wochen, wenn die Werte stabil geblieben sind, folgt die nächste. So wächst die Bakterienkultur mit der Belastung mit.
Beim Einsetzen werden die Tiere temperaturangeglichen: der verschlossene Beutel schwimmt etwa 15 bis 20 Minuten im Becken, danach wird über einige Minuten schrittweise Beckenwasser zugegeben. Das Transportwasser kommt nicht mit ins Becken.
Der Zeitplan im Überblick
| Schritt | Zeitbedarf |
|---|---|
| Planung und Kauf | ein bis zwei Wochen |
| Aufstellen und Einrichten | ein Tag |
| Einfahrphase ohne Besatz | zwei bis vier Wochen |
| Erste Besatzgruppe | ein Tag |
| Weitere Gruppen | je ein bis zwei Wochen Abstand |
Häufige Fehler
- Fische am Einrichtungstag. Der Klassiker, und die Ursache für die meisten Verluste in der ersten Woche.
- Zu wenig Pflanzen. Ein spärlich bepflanztes Becken überlässt den Algen das Feld.
- Der Filter wird nach zwei Wochen gründlich gereinigt. Damit ist die Einfahrphase versehentlich neu gestartet.
- Zu langes Licht. Zwölf Stunden Beleuchtung in einem noch nicht eingewachsenen Becken sind eine Einladung an Algen.
Was danach an laufender Kontrolle bleibt, steht unter Wasserwerte verstehen.
