In jedem Aquarium sind Algen vorhanden. Sichtbar werden sie erst, wenn sie mehr Ressourcen bekommen, als die höheren Pflanzen abfangen. Die Ursache liegt deshalb fast immer bei einer von drei Größen: zu viel Licht, zu viel Nährstoff oder zu wenig Pflanzenmasse.
Was der Bewuchs verrät
Grüner Belag auf den Scheiben. Der harmloseste Fall und in jedem Becken normal. Er wird beim Wasserwechsel abgezogen. Wächst er innerhalb weniger Tage nach, ist die Beleuchtungsdauer der erste Verdächtige.
Grünes Wasser. Freischwebende Algen, meist nach zu langer Beleuchtung oder direkter Sonneneinstrahlung. Wasserwechsel allein hilft wenig, weil die Algen sich schneller vermehren, als verdünnt wird. Die Ursache liegt beim Licht.
Braune Beläge in den ersten Wochen. Kieselalgen, typisch im frisch eingerichteten Becken. Sie verschwinden meist von selbst, wenn das Becken einwächst, und sind kein Grund zum Eingreifen.
Bartalgen und Pinselalgen. Dunkle, borstige Büschel an Blatträndern, Anströmkanten und Dekoration. Sie treten typischerweise bei schwankendem Kohlendioxidgehalt und in Bereichen mit starker Strömung auf. Sie sind die hartnäckigste der verbreiteten Gruppen; befallene Blätter werden entfernt statt gereinigt.
Blaualgen. Trotz des Namens keine Algen, sondern Cyanobakterien. Sie bilden schmierige, oft blaugrüne Beläge mit deutlichem Geruch und lassen sich in Fetzen abziehen. Sie treten bevorzugt an Stellen mit wenig Strömung und viel organischer Ablagerung auf, häufig auf dem Bodengrund unter Pflanzen.
Die Reihenfolge beim Gegensteuern
Zuerst das Licht. Die Beleuchtungsdauer auf acht bis maximal zehn Stunden begrenzen und über eine Zeitschaltuhr konstant halten. Direkte Sonne auf die Scheibe abschatten. Diese Maßnahme kostet nichts und wirkt bei den meisten Fällen.
Dann die Nährstoffzufuhr. Futtermenge prüfen: was nicht innerhalb weniger Minuten aufgenommen wird, war zu viel. Mulm absaugen, wo er sich sammelt. Wasserwechsel wieder auf den wöchentlichen Rhythmus bringen.
Dann die Pflanzen. Mehr schnell wachsende Stängelpflanzen einsetzen. Sie sind die direkte Konkurrenz der Algen und die einzige Maßnahme, die dauerhaft wirkt. Ein Becken, in dem die Pflanzen wachsen, hat kein Algenproblem.
Zuletzt die Mechanik. Sichtbaren Bewuchs abziehen, befallene Blätter entfernen, bei Blaualgen die Beläge absaugen und die Strömung an den betroffenen Stellen verbessern.
Algenfresser sind keine Lösung
Amanogarnelen, Schnecken und einige Fischarten fressen bestimmte Algen und halten Flächen sauber. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung in einem Becken, dessen Grundbedingungen stimmen. Sie sind kein Werkzeug gegen ein Becken, das aus dem Gleichgewicht ist, und sie sind kein Grund, Tiere anzuschaffen, für die das Becken sonst zu klein wäre.
Wer Tiere allein wegen ihrer Arbeitsleistung einsetzt, hat den Besatz nicht geplant, sondern eine Aufgabe verteilt. Für die Tiere gelten dieselben Anforderungen an Gruppengröße und Beckengröße wie für jeden anderen Besatz.
Wenn nichts hilft
Bleibt der Befall über mehrere Wochen bestehen, obwohl Licht, Futter und Wasserwechsel korrigiert sind, lohnt ein Blick auf die Wasserwerte, insbesondere auf Nitrat und Phosphat, und auf die Frage, ob die Pflanzen überhaupt wachsen. Stehen die Pflanzen still, fehlt ihnen etwas, und solange das so ist, gewinnen die Algen jeden Wettbewerb.
