Herkunft und Aussehen
Der Neonsalmler stammt aus dem oberen Amazonasbecken, aus klaren bis schwarzwasserartigen Nebenflüssen mit dichter Ufervegetation und weichem, leicht saurem Wasser. Im Handel ist er heute fast ausschließlich als Nachzucht verfügbar.
Er wird etwa dreieinhalb bis vier Zentimeter lang. Kennzeichnend ist das blau schimmernde Längsband über die gesamte Körperseite, darunter im hinteren Teil ein roter Bereich. Bei Dunkelheit und bei Stress verblasst die Farbe deutlich; ein blasser Neonsalmler kurz nach dem Kauf ist deshalb noch kein Krankheitsbild.
Verhalten
Neonsalmler sind ausgeprägte Schwarmfische. In zu kleinen Gruppen zeigen sie kein natürliches Verhalten, halten sich versteckt und stehen dauerhaft unter Stress. Als Untergrenze werden in der Fachliteratur durchgängig zehn Tiere genannt, mehr ist deutlich besser. Sie besetzen vorwiegend die mittlere Wasserschicht.
Sie sind friedlich und greifen andere Arten nicht an. Umgekehrt sind sie durch ihre Größe eine potenzielle Beute für größere Beckenbewohner.
Anforderungen an das Becken
Die Beckenlänge ist die relevante Größe, nicht das Volumen: ein Schwarm braucht Schwimmraum in der Horizontalen. Ab 60 Zentimetern Kantenlänge gilt eine Gruppe als sinnvoll unterzubringen.
Neonsalmler bevorzugen ein gedämpft beleuchtetes, dicht bepflanztes Becken mit freier Schwimmbahn im vorderen Bereich und dunklem Bodengrund. Vor hellem Kies und in einem kahlen Becken wirken sie blass und halten sich zurück.
Bei den Wasserwerten sind sie in Nachzucht deutlich toleranter als ihre Herkunft nahelegt. Weiches bis mittelhartes Wasser im leicht sauren bis neutralen Bereich ist üblich. Für die Nachzucht selbst gelten deutlich engere Vorgaben, die über den Rahmen eines Gesellschaftsbeckens hinausgehen.
Vergesellschaftung
Passend sind andere friedliche, ähnlich große Arten mit vergleichbaren Ansprüchen, etwa Keilfleckbärblinge in der mittleren Zone und Panzerwelse am Boden. Auch Amanogarnelen sind unproblematisch.
Nicht passend sind Arten, die deutlich größer werden oder ein ausgeprägtes Revierverhalten zeigen. Ein Fisch, der einen Neonsalmler ins Maul bekommt, wird das früher oder später tun, unabhängig davon, wie friedlich er im Laden wirkte.
Futter
Neonsalmler nehmen handelsübliches Flocken- und Granulatfutter in kleiner Körnung an. Ergänzend sind Frost- und Lebendfutter sinnvoll, etwa Artemia oder Cyclops. Gefüttert wird so viel, wie innerhalb weniger Minuten aufgenommen wird; Reste am Boden sind die häufigste vermeidbare Ursache steigender Nitratwerte.
Was gegen die Anschaffung spricht
Wenn das Becken kürzer als 60 Zentimeter ist, wenn nur wenige Tiere geplant sind oder wenn bereits größere, räuberische Arten im Becken stehen, ist der Neonsalmler die falsche Wahl. In allen drei Fällen ist es keine Frage der Erfahrung, sondern der Rahmenbedingungen.
Wie ein Besatz insgesamt geplant wird, steht unter Fische.
