Herkunft und Aussehen
Die Amanogarnele stammt aus Fließgewässern in Japan und Taiwan. Ihren gebräuchlichen Namen verdankt sie dem Aquascaper Takashi Amano, der sie in den 1980er Jahren in bepflanzten Becken bekannt machte.
Sie wird etwa vier bis fünf Zentimeter lang und ist damit deutlich größer als die verbreiteten Zwerggarnelen. Der Körper ist glasig transparent mit einer Reihe von Punkten oder Strichen entlang der Flanken. Weibchen bleiben etwas größer als Männchen und tragen zeitweise Eier an den Schwimmbeinen.
Verhalten
Amanogarnelen sind gesellig und sollten in Gruppen ab fünf Tieren gehalten werden. Sie sind tagaktiv, laufen fast ununterbrochen Blätter, Wurzeln und Steine ab und sind dabei nicht scheu.
Bei der Häutung ziehen sie sich zurück und sind für kurze Zeit weich und verletzlich. Die abgestreifte Hülle bleibt im Becken liegen und wird oft für ein totes Tier gehalten; sie wird nicht entfernt, sondern von den Garnelen selbst verwertet.
Anforderungen an das Becken
Die Amanogarnele braucht Aufwuchsflächen: Moos, feinfiedrige Pflanzen, Wurzeln und Steine. Ein steril eingerichtetes Becken bietet ihr weder Nahrung noch Deckung.
Sie verträgt eine breite Temperaturspanne, was sie mit vielen Gesellschaftsbecken vereinbar macht. Empfindlich reagiert sie dagegen auf Kupfer. Mehrere gängige Fischmedikamente enthalten Kupferverbindungen, ebenso manche Schneckenmittel und einige Algenpräparate. Vor jeder Behandlung im laufenden Becken ist die Zusammensetzung zu prüfen.
Das Becken braucht eine sichere Abdeckung oder eine ausreichend niedrige Wasserlinie: Amanogarnelen klettern an Schläuchen und Kabeln aus dem Becken.
Vermehrung
Im normalen Süßwasserbecken vermehrt sie sich nicht. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung Brackwasser und sterben im Süßwasser innerhalb weniger Tage. Ein Bestand hält sich also nicht von selbst, sondern nimmt über die Jahre ab. Wer eine Garnele mit selbsttragender Population sucht, ist bei anderen Arten richtig.
Futter
Amanogarnelen fressen Aufwuchs, Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile. In einem sauberen Becken reicht das nicht aus. Sie brauchen dann zusätzliches Futter, etwa Laub, Gemüse oder handelsübliches Garnelenfutter.
Der verbreitete Gedanke, eine Handvoll Garnelen löse ein Algenproblem, geht in zwei Richtungen schief: gegen die hartnäckigen Algengruppen richten sie wenig aus, und in einem Becken ohne Algen hungern sie, wenn nicht zugefüttert wird. Wie Algenprobleme tatsächlich zu bearbeiten sind, steht unter Algen im Aquarium.
Was gegen die Anschaffung spricht
Wenn größere, garnelenfressende Arten im Becken stehen, wenn regelmäßig kupferhaltige Präparate zum Einsatz kommen oder wenn das Becken kaum bepflanzt ist, ist die Amanogarnele die falsche Wahl.
